Börse- und Handelsusancen

  • Unter Börse- und Handelsusancen versteht man die Handelsstandards an der jeweiligen Börse. Dies sind Regeln, die von allen anerkannt werden müssen. Aus diesem Grund ist es bei der Erteilung von Wertpapieraufträgennotwendig, diese Usancen zu kennen. Folgende Inhalte werden unter anderem mittels Börseusancen geregelt:

Handelskalender

  • Dieser Kalender dient zur Unterscheidung von Handelstagen und Nicht-Handelstagen an der jeweiligen Börse. Orders mit z.B.Tagesgültigkeit können nur an Handelstagen erteilt werden. Das Ende der Gültigkeit einer Börseorder kann ebenfalls nur ein Handelstag sein.

Mindestinvestment

  • Die kleinste Stückelung zeigt Anlegern an, welche kleinste Einheit von einem Wertpapier gehandelt werden kann. Für jedes Wertpapier ist definiert, in welchen Einheiten geordert werden darf. Eine kleinste Stückelung von 1.000 EUR bei einer Anleihe bedeutet beispielsweise, dass nur eine Nominale von 1.000 EUR oder ein Vielfaches davon geordert werden kann. Die Stückelungen können im Börsehandel unterschiedlich zum ausserbörslichen Handel sein. So kann zB eine Anleihe mit Mindestinvestment: 50.000 EUR und einer Folgestückelung von 1.000 EUR (51.000, 52.000 etc.) im börslichen Handel ausschließlich mit einer 50.000er Stückelung handelbar sein.

Gültigkeit

  • Die Gültigkeit gibt an, wie lange eine noch nicht ausgeführte Order maximal an einer Börse im Orderbuch bleibt bevor sie gelöscht wird.

    Beispiele:

    • Tagesgültig
    • gültig bis Monatsultimo (Monatsende)
    • gültig bis nächstem Monatsultimo (nächstes Monatsende)
    • neunzig Tage

    Die maximal mögliche Gültigkeitsdauer kann von Börse zu Börse unterschiedlich sein (zB.: Jahresultimo oder 90-Kalender-Tage).

Besonderheiten bei Kapitalveränderungen oder Dividendenausschüttungen

  • Kapitalveränderungen oder Dividendenausschüttungen haben an den einzelnen Börsen unterschiedliche Auswirkungen auf im Orderbuch befindliche Wertpapieraufträge: So werden an vielen Börsen Orders nach einer Dividendenausschüttung bzw. Kapitalveränderungen gelöscht und müssen vom Anleger daher neu erteilt werden (z.B. Börse Wien).

Limitzusätze

  • Limitzusätze geben an unter welchen Bedingungen und in welchem Umfang  ein limitierter Wertpapierauftrag ausgeführt wird. Die Möglichkeit für Anleger Limitzusätze zu geben ist abhängig von den Usancen am jeweiligen Börseplatz .

    Beispiele:

    • Immediate or Cancel (nur tagesgültig möglich, sofortige Teilausführungen sind möglich, Rest des Auftrags wird gelöscht)
    • Fill or Kill (nur tagesgültig möglich, sofortige komplette Ausführung oder Streichung)
    • Limit (Verkauf zum Limit oder besser, Kauf zum Limit oder billiger)
    • Stop Market (nach Erreichen der  Stop-Marke erfolgt Kauf/Verkauf bestens)
    • Stop Limit (nach Erreichen des Stop-Kurses erfolgt Kauf zum Limit oder billiger bzw. Verkauf zum Limit oder besser)

    Für Anleger wichtig: Bei Fragen zu den unterschiedlichen Börse- und Handelsusancen steht Ihr Volksbankberater gerne zur Verfügung.